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Home Posts tagged "Winter"
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Wenn es Winter wird

in Gedichte, M

Der See hat eine Haut bekommen,

So daß man fast drauf gehen kann,

Und kommt ein großer Fisch geschwommen,

So stößt er mit der Nase an.

 

Und nimmst du einen Kieselstein

Und wirfst ihn drauf, so macht es klirr

Und titscher – titscher – titscher – dirr…

Heißa, du lustiger Kieselstein!

 

Er zwitschert wie ein Vögelein

Und tut grad wie ein Schwälblein fliegen.

Doch endlich bleibt mein Kieselstein

Ganz weit, ganz weit auf dem See draußen liegen.

 

Da kommen die Fische haufenweis

Und schaun durch das klare Fenster von Eis

Und denken, der Stein wär etwas zum Essen.

Doch so sehr sie die Nase ans Eis auch pressen,

Das Eis ist zu dick, das Eis ist zu kalt,

Sie machen sich nur die Nasen kalt.

 

Aber bald, aber bald

Werden wir selbst auf eignen Sohlen

Hinausgehen können und den Stein wieder holen.

 

Christian Morgenstern

 
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Wintergedanken

in G, Gedichte

Willst du, Seele, nicht mehr blühen,

Da vorbei des Sommers Flucht?

Oder wenn der Herbst erschienen,

Warum gibst du keine Frucht?

 

War vielleicht zu reich dein Blühen,

War zu bunt der Farben Licht?

Denn die Blüten geben Früchte,

Aber, ach, die Blumen nicht.

 

Franz Grillparzer

 
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Winternacht

in Gedichte, L

Vor Kälte ist die Luft erstarrt,

Es kracht der Schnee von meinen Tritten,

Es dampft mein Hauch, es klirrt mein Bart;

Nur fort, nur immer fortgeschritten!

 

Wie feierlich die Gegend schweigt!

Der Mond bescheint die alten Fichten,

Die, sehnsuchtsvoll zum Tod geneigt,

Den Zweig zurück zur Erde richten.

 

Frost! friere mir ins Herz hinein,

Tief in das heißbewegte, wilde!

Daß einmal Ruh mag drinnen sein,

Wie hier im nächtlichen Gefilde!

 

Nikolaus Lenau

 
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Verschneit liegt rings die ganze Welt

in E, Gedichte

Verschneit liegt rings die ganze Welt,

ich hab´ nichts, was mich freuet,

verlassen steht der Baum im Feld,

hat längst sein Laub verstreuet.

 

Der Wind nur geht bei stiller Nacht

und rüttelt an dem Baume,

da rührt er seinen Wipfel sacht

und redet wie im Traume.

 

Er träumt von künft´ger Frühlingszeit,

von Grün und Quellenrauschen,

Wo er im neuen Blütenkleid

Zu Gottes Lob wird rauschen.

 

Joseph von Eichendorff

 
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Ich wünsche dir …

in U, Zitate

Ich wünsche dir die zärtliche Ungeduld des Frühlings,

das milde Wachstum des Sommers,

die stille Reife des Herbstes und

die Weisheit des erhabenen Winters.

 

Unbekannter Verfasser

MeinCupcake

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Glückwunsch

in D, Gedichte

Ich wünsche dir Glück.

Ich bring dir die Sonne in meinem Blick.

Ich fühle dein Herz in meiner Brust;

Es wünscht dir mehr als eitel Lust.

Es fühlt und wünscht: die Sonne scheint,

Auch wenn dein Blick zu brechen meint.

Es wünscht dir Blicke so sehnsuchtlos,

Als trügest du die Welt im Schoß.

Es wünscht dir Blicke so voll Begeheren,

Als sei die Erde neu zu gebären.

Es wünscht dir Blicke so voll der Kraft,

Die aus Winter sich Frühlich schafft.

Und täglich leuchte durch dein Haus

Aller Liebe Blumenstrauß!

 

Richard Dehmel

 
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Schneeglöckchen

in E, Gedichte

´s war doch wie ein leises Singen

In dem Garten heute nacht,

Wie wenn laue Lüfte gingen:

„Süße Glöcklein, nun erwacht,

Denn die warme Zeit wir bringen,

Eh´s noch jemand hat gedacht.“ –

´s war kein Singen, ´s war ein Küssen,

Rührt die stillen Glöcklein sacht,

Daß sie alle tönen müssen

Vor der künft´gen bunten Pracht.

Ach, sie konnten´s nicht erwarten,

Aber weiß vom letzten Schnee

War noch immer Feld und Garten,

Und sie sanken um vor Weh.

So schon manche Dichter streckten

Sangesmüde sich hinab,

Und der Frühling, den sie weckten,

Rauschet über ihrem Grab.

 

Joseph von Eichendorff

 
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Nun treiben wir den Winter aus

in G, Gedichte

Nun treiben wir den Winter aus,

Den alten, kalten Krächzer;

Wir jagen ihn zum Land hinaus,

Den Brummbär und den Ächzer,

Und laden uns den Frühling ein

Mit Blumen und mit Sonnenschein,

Juhei! juhei, juhei!

O komm herbei!

O Mai, o Mai!

 

Das leere Stroh

Das dürre Reis

Und alles, was vermodert,

Das geben wir dem Feuer preis,

Daß hoch die Flamme lodert,

Und laden uns den Frühling ein

Mit Blumen und mit Sonnenschein;

Juhei! juhei, juhei!

O komm herbei!

O Mai, o Mai!

Guido Görres

 
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